Mit dem Sportboot im Wesel-Dattel-Kanal  

 (Die folgenden Hinweise geben ausschließlich persönliche Erfahrungen wieder. Jeder Schiffsführer ist für sich und sein Schiff selbst verantwortlich)

Irgendwann tauchen auf den Binnenschifffahrtsstraßen Hindernisse auf, auf die wir uns sorgfältig vorbereiten. Dazu gehört die Ausstattung der Crew mit Rettungswesten und Handschuhen, das Ausbringen der Fender sowie das Klarmachen der Leinen. So kommt im günstigsten Fall der unmittelbaren Schleusung erst gar keine Hektik an Bord auf.

 

 

 

 

Mit Erreichen des Schleusenvorhafens nehmen wir per Funk Kontakt mit der Schleuse auf.

Der Dialog gestaltet sich am Beispiel der Schleuse Datteln ungefähr so:

Wir: "Schleuse Datteln für Sportboot Hafenruh." Nach einem Moment erwidert die Schleuse:"Datteln". Wir:"Wir haben 11m Länge und möchten zu Berg schleusen." Nun erfolgt eine Anweisung der Schleuse, zum Beispiel (recht kurz):" Große, die Dritte als Zweiter". Übersetzt heißt dies: Schleusung in der großen Kammer mit der dritten Schleusung und der Einfahrt als zweitem Fahrzeug. Alternativ auch: Kleine Kammer, hinter der BELUGA. In diesem Fall sucht man das entsprechende Berufsschiff und richtet sich auf die Einfahrt hinter diesem ein. In den meisten Fällen wird man jedoch zur Ansteuerung des entsprechenden Wartesteges aufgerufen.

 

 

 

Die Hinweistafel: "Nur schleusungsbereite Sportboote" erklärt schon, warum keine Landverbindung existiert. Die Schleuse erwartet, das die hier liegenden Sportbootbesatzungen an Bord und nicht beim Stadtbummel sind. In dieser Position werden natürlich die Westen und Handschuhe wieder abgelegt.

 

 

 

Zeit, noch einmal in Ruhe einen Blick auf die Schleusenelemente zu werfen. Man sieht rechts die kleine Kammer mit rotem Licht und geschlossenem Tor und links die große Kammer mit Doppelgrün und einem zweiten einfahrenden Berufsschiff. Gut erkennbar auch die Leitzentrale zwischen den Kammern, aus der der Sichtkontakt erfolgt. In diesem Bereich, dem Schleusenvorhafen, hat man als wartendes Sportboot nichts zu suchen!

 

 

 

Hier ein Blick auf das, was uns in einer Schleusenkammer erwartet. Man sieht in diesem Fall, das die Wände aus Stahlspundwänden bestehen. Blöd für uns, da in den Zwischenräumen gerne die Fender verschwinden. Schöner sind...

 

 

... die glatten Betonwände der großen Kammer. Gut zu erkennen auch die Nischenpoller, an den man sich rauf oder runterhangeln muss. In den kleinen Kammern findet man im hinteren Bereich, in dem sich die Sportboote aufhalten, auch sog. Sportbootstangen, an denen das Umlegen seltener notwendig ist. Angenehm sind auch die Schwimmpoller, die den Schleusenvorgang mitmachen und ein Umlegen der Leinen unnötig machen.

 

 

Hier sieht man zwar die Nischenpoller nicht sehr gut, jedoch darf man unter jedem gelben Poller eine Reihe mit Nischenpollern erwarten. Wählt man eine reihe mit daneben liegender Leiter aus, besteht ein erhöhtes Maß an Sicherheit, falls die Schleuse "zu Fuss" verlassen werden müsste.

 

 

 

so, nun wird das irgendwann ernst und die Schleuse gibt grünes Lich für die Einfahrt. Hier der Blick, nachdem wir gerade unseren Wartesteg verlassen haben. In sicherem Abstand und in Schleichfahrt nähern wir uns der Grossen Kammer mit dem Ziel...

 

 

 

.. im hinteren Bereich ein derartiges Gebilde zu erwischen.

 

 

Erwischt!  Das Berufsschiff vor uns hat am Bug steuerbord und am Heck Backbord eine Leine ausgebracht und seine Endposition erreicht.

Diese Position sollte unbedingt abgewartet werden, bevor man als Sportboot in die Kammer einfährt. Läuft die Schraube des Berufers noch, hat man kaum Ruderwirkung und wird schnell zum Spielball der Strömung. Ob an Steuer- oder Backbord festgemacht wird und an welchem Poller entscheidet bei uns der Rudergänger. Ein sicheres Aufstoppen des Bootes solte man beherrschen oder aber zuvor unbedingt üben. 

 

 

Wichtig ist, den richtigen Abstand zum Tor einzuhalten, hier deutlich gelb gekennzeichnet. Wir wählen zumeist die 3. Pollerreihe aus. Passt es nicht, fährt man zur Not rückwärts wieder aus der Kammer heraus.

 

 

Hier unsere Technik. Wir schleusen an der Mittelklampe mit einer kürzeren "Schleusenleine", die im Durchmesser etwas dicker ist und einmal um die Klampe zurück geführt wird. Damit kann der Zug reguliert werden. Da sich hinter uns zumeist direkt das Schleusentor befindet, bringen wir zur Sicherheit eine Heckleine aus, hier aus geschlagenem Tauwerk. An dieser Leine kann ich das Schiff bei Gefahr nach vorne holen.

 

 

 

 

hier sieht man wie sich das Tor öffnet. Wir warten solange, bis das Berufsschiff vor uns die Kammer komplett verlassen hat und legen dann auch ab.

 

 

 

 

Geschafft! Weiter gehts auf dem WDK.

 

 

 

Hier sieht man den Vorteil von AIS an Bord. Deutlich erkennbar am kleinen Dreieck befindet sich ein Schiff in der Abwärtsschleusung in der rechten Kammer der Schleuse Datteln. Ein weiteres Fahrzeug kommt aus der kleinen Kammer, am Wartesteiger der Berufsschifffahrt liegt ebenfalls ein Schiff. Wir selbst befinden uns am Wasserwanderrastplatz links.

 

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